mimische Dokumentation
ÄSTHETIK / FUNKTION 2011 „Ein Leitfaden zur natürlichen Wiederherstellung von Ästhetik und Funktion“

Weist der Patient irgendwelche Kompensationen in seiner Gestik, Mimik, Haltung auf? Auf welcher „Ebene“ befindet sich diese Kompensation (muskulär, skeletal)? Ist dem Patient diese Kompensation bewusst (das heißt sind Beschwerden oder Symptome vorhanden)? Gibt es sichtbare Ursachen (Bisshöhenverlust, Zahnverlust, Bisspositionsverlust und so weiter)? Welche Folgen können entstehen (Überbelastung einzelner Zähne oder statische Probleme im muskulären oder skeletaren Bereich)? Sind die Kompensationen spürbar, sichtbar, reversibel? Hat man anhand dieser Checkliste die Grundlagen erarbeitet, kann man beginnen, die nötigen Informationen zu sammeln und zu dokumentieren: Zusammenstellen der Unterlagen (Fotos, Zahnfarbe, Zahnform, Zahnstellung, artikulierte Modelle, Funktionsanalyse, Bisslage) Veränderungen, die das Gesicht und die mimische Muskulatur betreffen. Zusammenhänge zum Gesichtsausdruck Einteilung der Bisslagen, dadurch bedingte Veränderungen des Skeletts und der Mimik Erläuterung und Darstellung der oben genanten Bisslagen anhand von Patientenfällen

Die Gleichschaltung des Artikulators mit dem Patienten: Ein Traum? Der Patient kommt vor einer Sanierung ins Labor und hat seine eigenen Vorstellungen – darüber wie seine neuen Zähne aussehen sollen, wie er aussehen will. Leider entsprechen diese subjektiven Vorstellungen in der Regel nicht den objektiven Möglichkeiten. Um diese Diskrepanz zu verkleinern, sollten einige Punkte bedacht werden. Neben einer zielgerichteten Kommunikation ist es wichtig, das Auge zu schulen. Hinsichtlich der Physiologie und Mimik, aber auch vielem mehr. Schließlich soll und will der Patient nicht auf seine Zähne reduziert werden. Im optimalen Fall bekommt der Zahntechniker den Patienten vor Beginn einer größeren Sanierung zu Gesicht. In einem Gespräch sollte dem Patienten Raum gegeben werden, sodass dieser dem Zahntechniker seine Vorstellungen erörtern kann. Meist gibt es zwar ziemlich konkrete Vorstellungen, viele Möglichkeiten und Zusammenhänge sind ihm allerdings nicht bekannt. Die Medien und auch das eigene Umfeld vermitteln auch auf einer unterbewussten Ebene das „Idealbild“ von schönen Zähnen. Daher ist es unsere Aufgabe, den Patienten über seine individuelle Ausgangssituation aufzuklären undzu sensibilisieren. Oft ist dem Patienten gar nicht klar, dass Falten, Verspannungen, ein Doppelkinn, eine schiefe Kopfhaltung und so weiter, von einer falschen Bisslage oder ähnlichem herrühren. Auf der Basis dieser Erkenntnisse lässt sich dann erst ein kompetentes Gespräch mit einem aufgeklärten Patienten aufbauen und eruieren, wie der Wunsch, zahntechnisch übersetzt werden kann. Um jedoch die Basis für ein individuelles Patientenberatungs-gespräch zu schaffen, müssen folgende Checkpunkte erhoben werden.

Interdisziplinäre Kooperation ist heute ein Schlagwort in vieler Munde und zunehmend finden auch Themen außerhalb der zahnmedizinischen Fachgrenze Zugang zu unseren Tagungen. Um die erste und wichtigste interdisziplinäre Kooperation wird dabei aber meist vergessen, denn sie ist so alltäglich, dass man ihr kaum mehr Aufmerksamkeit schenkt „Der Kooperation zwischen Zahnarzt und Zahntechniker“ Arbeitsabläufe haben sich etabliert, die in den meisten Fällen zu befriedigenden Ergebnissen führen, hier scheint nichts mehr zu geben, was verbessert werden müsste. Oder doch? Wo kooperiert wird muss auch kommuniziert werden. Die Kommunikation zwischen Zahnarzt und Zahntechniker erschöpft sich aber allzu oft in der Übermittlung einer Zahnfarbe. Dennoch, auch daran merkt man bereits, dass das Problem in der räumlichen Trennung zwischen Labor und Praxis liegt: Während der Zahnarzt den Patienten vor sich hat, das Farbenspiel bei wechselndem Lichteinfall und in der natürlichen Umgebung im Mund des Patienten sehen kann, hat der Zahntechniker buchstäblich nur einen Abklatsch dessen Zähne in Form eines Gipsmodells vor sich. Die Folgen einer ungenügenden Kommunikation bei der Zahnfarbe dürfte jeder schon einmal erlebt haben. Sie springen ins Auge und das akzeptiert der Patient meist nicht. Vielleicht erscheinen auch Zähne, die im Artikulator perfekt aussahen, im Mund des Patienten nun schief. Oder die Schneidezahnmitte stimmt bei der Eingliederung nicht mit der Gesichtsmitte überein. Um solche Fehler zu vermeiden, sind viel subtilere Elemente in der Kommunikation zwischen Zahnarzt und Zahntechniker notwendig, als nur die Übermittlung einer Zahnfarbe. Oft wird die Modelleinstellung in den Artikulator, ein Schritt, welcher dem Techniker gleich eine ganze Reihe wichtiger Informationen übermitteln könnte, aber dem Zufall überlassen. Viele haben darauf geachtet, dass der Artikulator des Zahnarztes mit dem des Zahntechnikers gleichgeschaltet ist. Was aber, wenn zwar die Modellsituation in beiden Artikulatoren übereinstimmt, aber beide nicht mit der Situation der Zahnbögen im Mund des Patienten? Ausgerechnet für diesen wichtigen Schritt haben wir keine Kontrollmöglichkeiten. Im zahntechnischen Labor, wo aus vergleichsweise spärlichen Unterlagen so viel entstehen soll, wird einer der wichtigsten Faktoren oft stiefmütterlich behandelt. Die Modelleinstellung in den Artikulator, also die Gleichschaltung des Artikulators mit dem Patienten .


Referent:
ZTM Udo Plaster


Zur Person:
Udo Plaster absolvierte seine Ausbildung zum Zahntechniker von 1987 bis 1990. Seine Meisterprüfung schloss er 1997 in Düsseldorf als Externer ab. Udo Plaster betreibt in Nürnberg ein Labor mit fünf Mitarbeitern. Sein Tätigkeitsschwerpunkt bezieht sich auf ästhetisch-funktionellen Zahnersatz, der nach ganzheitlichen Kriterien angefertigt wird. Er ist Gründungsmitglied der „dental excellence“ – International Laboratory Group (heute dental excellence laboratory network e. V.) sowie Mitglied und Referent der DGÄZ. Udo Plaster hat im In- und Ausland zahlreiche Kurse und Vorträge zu den Themen Gnathologie und Keramikrestaurationen gegeben. Einer dieser Vorträge, nämlich der auf der ADT, wurde zum besten Vortrag 2007 gewählt!