CMD: kein Schicksal

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 CMD: Kein Schicksal (Rainer Schöttl, D.D.S.,USA)

Noch heute wird das Verständnis der menschlichen Kieferbewegung von den Vorstellungen der Gnathologie aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts geprägt. Da diese über viele Jahrzehnte nicht auf Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung reagiert hat, ist es zu einem unlogischen Gemisch an Abläufen und Techniken gekommen, für die sich keine wissenschaftliche Evidenz etablieren lässt. Auf der anderen Seite kommt auch die Evidenzbasierung selbst zu abenteuerlichen Schlüssen, wie dem, dass die Okklusion der Zähne so gut wie nichts mit der Dysfunktion des dazu gehörigen Bewegungssystems zu tun habe.

In diesem Gewirr, das mehr von Opportunismus als von logischer Gedankenführung geprägt ist, nimmt die CMD schicksalhafte Züge an, die für Patienten wie Zahnarzt eine große Belastung darstellen können. Losgelöst von heute unhaltbaren Dogmen der Gnathologie wird in diesem Vortrag eine schlüssige Vorstellung von der Funktion dieses Bewegungssystems erarbeitet, woraus sich dann logische Konsequenzen für das Verständnis, die Diagnose und die Therapie seiner Dysfunktion ergeben.

Rainer Schöttl



1956 in Erlangen geboren, assistierte Rainer Schöttl schon während seiner Schulzeit im ITMR, dem damals gnathologisch ausgerichteten Fortbildungsinstitut seines Vaters. Nach dem Abitur folgte eine Lehre als Zahntechniker im väterlichen Labor und das Studium der Zahnheilkunde in den USA. Dort assistierte er bei den von Mahan, Gibbs und Lundeen durchgeführten Forschungsarbeiten über die menschliche Kaubewegung. Während seiner klinischen Ausbildung lernte er Dr. Robert Jankelson und seine Myozentrik kennen und nahm eine Teilzeit Aushilfsstelle in einer myozentrisch engagierten Praxis in Atlanta an. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland kam es zu ersten Referaten über die Myozentrik und 1986 zum ersten Kurs gemeinsam mit dem Vater. Schnell wandte sich der Fokus im ITMR der neuromuskulären und myozentrischen Lehre zu und es wurde das erste reguläre myozentrische Kurrikulum in Deutschland aufgebaut. Es folgten Symposien und Fortbildungswochen in den USA.
1989 erhielt Rainer Schöttl vom internationalen Vorstand des ICCMO den Auftrag zur Gründung einer deutschen Sektion, deren Vorsitz er bis heute innehat. 1990 übernahm er die Leitung des ITMR. Als "Master of ICCMO" hielt er auch Fortbildungskurse in den USA, Spanien, Österreich und der Schweiz ab, gab in den 25 Jahren seiner myozentrischen Tätigkeit weit über 100 Vorträge und publizierte  mehrere Duzend Fachveröffentlichungen. Seit 1985 ist er in privater Praxis in Erlangen niedergelassen, deren Schwerpunkt auf der Behandlung Cranio-Mandibulärer Dysfunktionen liegt.

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