Myofunktionale Therapie im Wandel - Eine ganzheitliche Betrachtungsweise

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Myofunktionelle Therapie im Wandel  - Ganzheitliche Betrachtungsweise unter Berücksichtigung neuer Hilfsmittel  - Neuausrichtung in Ausbildung und Praxis (Dipl. Logopädin Susanne Codoni)

Orale Fehlfunktionen beeinflussen nicht nur die Zahnstellung, sie haben auch Auswirkungen auf Sprechen, Atmung, Schlucken und Körperhaltung. Muskelinsuffizienzen im Gesichtsbereich zeigen (in allen Alterklassen) Auswirkungen nicht nur auf mögliche Fehlstellungen der Zahnreihen (oder auch des Beckens), sondern können auch den  Menschen in seiner gesamten körperlichen Funktionstüchtigkeit beeinflussen. Die komplexen Funktionen und differenzierten Leistungen im orofazialen Bereich fordern in der wissenschaftlichen Forschung, in der Diagnose und Therapie alle Heilberufe rund um den Mund heraus. Zahnärzte, Kieferorthopäden, Gesichts- Kieferchirurgen nehmen  hierbei eine Schlüsselfunktion ein.

Die Myofunktionelle Therapie  wurde – in den Anfängen oft  als mit Gummiringen umzudressierende Zungentherapie mit vielen Übungen (miss-) verstanden,  belächelt, kaum ernst genommen –  und in der logopädischen Therapeutenwelt vielfach eingeschränkt als „Therapie rund um den Mund“ - vielfach mit fragwürdigem Erfolg -  definiert.

Diagnostik auf interdisziplinärer Ebene wird zur unabdingbaren Voraussetzung: erforderlich ist fächerübergreifend Zusammenarbeit zwischen Allgemeinmedizin u/o Pädiatrie, Logopädie, HNO/Phoniatrie, Zahnheilkunde, Kieferorthopädie, Orthopädie und Physiotherapie. Nur so können diese Krankheitsbilder vollständig erfasst und langfristig wirksame Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Der akute große Bedarf an nachhaltig wirksamer Therapie,  die Entwicklung effizienter Hilfsmittel und deren Einsatzmöglichkeit in der Therapie, die Veränderung des Blickwinkels auf ganzkörperliche Zusammenhänge, die enger werdende fachübergreifende Zusammenarbeit mit Partnerdisziplinen in der Diagnostik, das aktive Einbeziehen der Eltern ins Geschehen – all diese Aspekte haben dazu geführt , die Ausbildung zu überdenken und neu zu konzipieren.

Die Myofunktionelle Therapie hat sich hin zu einer umfassenden, ganzheitlichen und interdisziplinären Therapieform entwickelt: Sie  wird damit zu  einer echten Ergänzung, Unterstützung von  prä – u/o post-  orthodontischen / operativen Maßnahmen.

Das  Niveau der interdisziplinär durchgeführten Ausbildung  muss qualitativ gehoben, den heutigen Gegebenheiten angepasst,  der auszubildende Personenkreis erweitert und die Durchführung  effektiv und ökonomisch gestaltet werden. Dies sind Voraussetzungen,  um den großen Bedarf in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit attraktiv zu gestalten und  in annähernd nützlicher Frist zu befriedigen.

Susanne Codoni



  • Diplomlogopädin , Lehrbeauftragte
  • zertifizierte  MF-Therapeutin  und Ausbilderin
  • Craniosacraltherapeutin und NLP-Trainerin
  • Entw. d. Konzepts d. körperorientierten Sprachtherapie k-o-s-t®
  • Miterfinderin ballovent®
  • Wiss. Assistentin in der Abt. KG-Chirurgie am Universitätsspital Basel und am High Tech Forschungszentrum (Leiter: Prof. Zeilhofer)
  • private logopädische Praxis in der Nähe von Basel
  • Publikationen in Fachzeitschriften und -büchern


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