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Prinzipien der neuromuskulären Zahnheilkunde und gesunder Schlaf. Die Rolle der Myozentrik in der zahnärztlichen Therapie von Schlafstörungen (Dr. Brigitte Losert-Bruggner, MICCMO)

Die Myozentrik ist ein wertvolles Hilfsmittel für eine erfolgreiche Therapie funktioneller Wirbelsäulenbeschwerden mittels Aufbissschiene und der Schlafapnoe mittels Protrusionsschiene.
25 % der deutschen Bevölkerung leiden an chronischen ungeklärten Ein- und Durchschlafstörungen und  ca. 3% unter Schlafapnoe. Beiden Gruppen fehlt häufig der richtige Biss. Hier kann der Zahnarzt regulierend eingreifen und zum einen die Schlafapnoe und zum anderen die schmerzbedingten Schlafstörungen über eine neuromuskuläre Therapie der Kieferfehlstellung positiv beeinflussen.

Kiefer- und Kopfgelenke bilden eine kybernetische Einheit und craniomandibuläre und craniocervikale Dysfunktionen bilden eine  nosologische Entität. Kiefer/Kopfgelenkstörungen haben Einfluss auf die posturale Muskulatur bis in die unteren Extremitäten und können Kopf-, Nacken-, Rückenschmerzen, Schwindel und Insomnie hervorrufen oder mit unterhalten.

Wird eine Kieferfehlstellung (CMD) bei chronischen wirbelsäulenbedingten Schmerzen nicht beachtet, ist das Schmerzgeschehen und die hierdurch bedingte Schlafstörung kaum erfolgreich zu behandeln. Tiefbiss und Retrallagen des Unterkiefers sind typische CMD-Zeichen bei Patienten mit Schlafapnoe. Werden neuromuskuläre Parameter bei der Protrusionsschienentherapie berücksichtigt, kann der Zahnarzt häufig die Schlafapnoe und die CMD gemeinsam therapieren, sodass die CMD keine Kontraindikation bei der Behandlung der Schlafapnoe mittels Protrusionsschiene darstellt.

TENS und Auriculo-Stimmulations-Therapie (AST) sind als Entspannungsmaßnahmen bei der myozentrischen Bissnahme nicht mehr wegzudenken. Die Kursteilnehmer können die Entspannungsmaßnahmen praktisch üben, entsprechende Bissnahmen durchführen und den Biss über einfache manualtherapeutische Testungen überprüfen.

Brigitte Losert-Bruggner



  • Jahrgang 1951, Chemielaborantenausbildung, Abendgymnasium,
  • Studium der Chemie und Politikwissenschaften
  • Studium der Zahnmedizin in Giessen und Frankfurt/Main
  • Seit 1985 in eigener Praxis niedergelassen
  • 1993 Gründung einer privatzahnärztlichen Praxis
  • Arbeitsschwerpunkte: neuromuskulär und ganzheitlich orientierte Zahnheilkunde und CMD-Therapie
  • Zahlreiche Vorträge und Veröffentlichungen im Bereich: neuromuskuläre Zahnheilkunde,  CMD, Zahnärztliche Therapie obstruktiver schlafbedingter Atemstörungen (Schlafapnoe)
  • Therapie schmerzbedingter Ein- und Durchschlafstörungen (Insomnie)
  • Master im International College of Cranio-Mandibular Orthopedics
  • Wissenschaftsbeirat und Gastdozent in der CRAFTA
  • Zertifiziertes Mitglied der DGZS
  • Mitglied der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden
  • Mitglied der Int. Gesellschaft für Ganzheitliche Zahnmedizin

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