| Aufbissschienen |
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ZTM Roman Karg Abstrakt deutsch Bei der Therapie unserer CMD-Patienten mit Aufbissschienen stehen wir im zahntechnischen Bereich immer vor einer Anzahl von Problemen. Auf der einen Seite benötigt der Kranke den neuromuskulären Aufbiss der Schiene, um die Dysfunktionen, hervorgerufen durch die dysgnathe habituelle Okklusion, im muskulären und artikulärem Bereich auszuschalten. Auf der anderen Seite stellt die Schiene immer ein Fremdkörper dar, der, wenn auch okklusales Wohlbefinden hervorrufend, den Mund- und Wangenraum einengt, das Sprechen erschwert und unter Umständen auch deutlich das ästhetische Empfinden beeinflusst und damit auch die Akzeptanz an die Schiene mindert. SchlüsselwörterAufbissschiene. Myozentrik. Craniomandibuläre Dysfunktion. Mit diesem Kompendium soll erstmals eine Serie zahntechnischer Beiträge in Form eines Bildatlasses gestartet werden. Im Vordergrund stehen nicht nur formale zahntechnische Aspekte, sondern vor allem das Einbeziehen relevanter Kriterien der neuromuskulären Zahnheilkunde und Myozentrik. Der erste Teil beschäftigt sich mit vier verschiedenen Typen von Aufbissschienen zur Therapie craniomandibulärer Dysfunktionen (CMD). Bei der Therapie unserer CMD-Patienten mit Aufbissschienen stehen wir im zahntechnischen Bereich immer vor einer Anzahl von Problemen. Auf der einen Seite benötigt der Kranke den neuromuskulären Aufbiss der Schiene, um die Dysfunktionen, hervorgerufen durch die dysgnathe habituelle Okklusion, im muskulären und artikulärem Bereich auszuschalten. Auf der anderen Seite stellt die Schiene immer ein Fremdkörper dar, der, wenn auch okklusales Wohlbefinden hervorrufend, den Mund- und Wangenraum einengt, das Sprechen erschwert und unter Umständen auch deutlich das ästhetische Empfinden beeinflusst und damit auch die Akzeptanz an die Schiene mindert. Dies wird vor allem dann relevant, wenn die Aufbissschiene nicht nur nachts, sondern rund um die Uhr, eventuell auch noch zum Essen, getragen werden muss. Noch schwieriger wird das Abwägen des Schienentypes, wenn die Schiene über lange Zeit hinweg getragen werden soll. Hier ist zwingend ein Material zu fordern, das über eine entsprechende Stabilität und Abriebfestigkeit verfügt. Nachfolgend sollen vier verschiedenartig gestaltete Aufbissschienen bezüglich der zahntechnischen Ausführung diskutiert werden. 1a Die tiefgezogene Aufbissschiene mit später aufgetragener Kunststoffkaufläche.Diese Art der Aufbissschienen wird bei der Behandlung der craniomandibulären Dysfunktionen am häufigsten verwendet. Im Vergleich zur gegossenen Modellgussschiene ist sie ist relativ schnell und preisgünstig herzustellen. Der Nachteil ist, dass sich die Kunsstoffkaufläche recht schnell abnutzen kann, vor allem dann wenn die Schiene auch zum Essen getragen werden muss.
Abschließend sei bemerkt, dass in der Form des Schienenkörpers, je nach individuellen Gegebenheiten, variiert werden kann. So ist es möglich, die Front Incissal ganz frei zu lassen oder nur den oberen Teil der Schneidekanten zu fassen. 1b Aufbissschiene mit gegossenem Sublingualbügel und gestreuter KunststoffkauflächeDiese Art der Schiene bezieht die Schneidezähne nicht in den Schienenkörper ein. Die dadurch entstehende, zierliche Gestalt der Schiene erleichtert die Artikulation und verbessert die Ästhetik. Ein Tragen während der Berufsausübung ist damit in der Regel auch bei Patienten, die im öffentlichen Leben stehen, ohne Behinderung möglich.
Zwar weist diese Art der Schiene einen hohen Tragekomfort auf, aber die Erfahrung mit einem größeren Patientengut zeigte, dass der Übergang vom Retentionsteil der Metallbasis zum Kunststoffkörper der Schiene für hohe Belastungen beim Kauen wegen erhöhter Bruchgefahr nicht geeignet ist. 1c Die gegossene Modellgussschiene mit einer zahnfarbenen Kaufläche aus Targis Vectris.Soll eine Schiene über einen längeren Zeitraum und auch während des Essens getragen werden, hat sich eine Modellgussschiene mit Sublingualbügel und Metallauflagen auf allen Zähnen bewährt. Die okklusalen Metallflächen der Schiene werden in der myozentrischen Position durch Auftragen von Targis Vectris (Fa. Ivoclar) modelliert. Beim Aufpassen des Gerüstes ist ganz besonders darauf zu achten, dass die späteren Metallauflagen im Seitenzahnbereich präzise aufliegen (kein federn), da es sonst zu Irritationen in der Okklusion kommt. Dies ist der Teil der zahntechnischen Arbeit, der am schwersten zu erreichen ist. Die Ursache hängt mit gusstechnischen Problemen zusammen. Der Autor arbeite an einem Verfahren, dass diese Probleme reduzieren hilft und wird zu gegebener Zeit darüber berichten.
Diese Art der Schienengestaltung zeichnet sich durch folgende Punkte aus. Zum einen ist auf Grund des zierlichen Schienenkörpers der Tragekomfort und damit die Patientenakzeptanz sehr hoch. Da auf Grund der beschriebenen Technik auf Retentionsperlen verzichtet werden kann, kann die Schienenhöhe, falls erforderlich, sehr gering gehalten werden. Die Abrasionsfestigkeit ist deutlich höher, als bei den üblichen Kunststoffschienen, so dass diese Schienen auch zum Essen über längere Zeit hinweg ohne Abnutzungserscheinungen getragen werden können. 1d Die gegossene Modellgussschiene mit einer Kaufläche aus Targis Vectris und okklusalen Metallstiften als Stopps.Der Gedanke bei der Entwicklung dieses Schienentypes war, die Abnutzung der Schiene durch okklusal unverblendete Metallstopps zu reduzieren. Das Metall wird hierbei über die gesamte Kaufläche der unteren Seitenzähne gegossen, im lingualen Bereich regio 43-33 verbindet ein Sublingualbügel beide Seiten. Die Okklusalfläche wird mit dem Kompositkunststoff Signum+ (Fa. Heraeus), wie in Kapitel 1c beschrieben, gestaltet. Nur die okklusalen Metallstops werden von der Verblendung ausgeschlossen.
Der Grundgedanke, die Abrasion der Aufbissschiene durch okklusale Metallstopps zu reduzieren, war sicher richtig. Letzt endlich hatte sich aber gezeigt, dass eine ähnlich stabile Kaufläche über eine gegossene Modellgussschiene mit einer zahnfarbenen Kaufläche aus Targis Vectris zu erreichen ist und diese zum einen nicht die ästhetischen Nachteile der sichtbaren okklusalen Stopps zeigt und zum anderen in Herstellung um einiges einfacher zu handhaben ist. |